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Escort, Tinder und Porno oder Liebe 2.0

Es ist nicht unbedingt schwer zu erahnen, was sich oft in den Köpfen vieler Männern abspielt. Etwa ein Drittel ALLER WELTWEITEN INTERNETSEITEN hat pornografische Inhalte, aber nur 0,0000001 Prozent beschäftigen sich mit der zweiten Lautverschiebung im indogermanischen Sprachraum. Man muss kein Genie sein, um daraus einen groben Trend abzuleiten. Google weiß vielleicht so viel über uns, weil wir so einfach sind. Diese Erkenntnis versuchen zahlreiche Dating-Portale zu nutzen. Mit Hilfe von Suchalgorithmen gaukeln die Anbieter den "Liebessuchenden" nahezu hundertprozentige Liebesgarantie vor. Da füllt man endlose Fragebögen aus, die selbst der FBI zu persönlich wären: "Angenommen, Sie haben ein Blind Date und merken, dass es nicht funkt. Was machen Sie? Sagen Sie es ihm/ihr direkt ins Gesicht? Gehen Sie auf die Toilette und kommen nie wieder zurück? Ergreifen Sie die Flucht auf eine andere Art und Weise? Oder stellen Sie sich tot?" All diese Daten werden mit denen unserer potenziellen Partner verglichen und dann wird uns einer oder eben mehrere vorgeschlagen. So viel Aufwand: Mathematische Algorithmen, ultrakomplexe teure Software, Monate oder Jahre von Arbeit, Geld, Schweiß und Überstunden nur dafür, dass mein "Date" zu unserem Treffen erscheint und mit dem Finger in der Nase bohrt. Mit 35j. Also stehe ich auf und gehe. Na ja. BTW wussten Sie schon, dass unser Wissenschaftsmagazin N1 "Cosmopolitan" hat eine Umfrage durchgeführt und herausgefunden, dass die besten Flirt-Chancen auf einer Party oder im Urlaub entstehen. NEEEEEEE, oder? Rein intuitiv hätte ich auf "Kanalarbeiten" getippt. Aber ganz ehrlich: Hilft uns dieser technische Fortschritt wirklich bei der Partnersuche oder ist es eher vom Nachteil? Noch vor 40-50 Jahren lernte man im Laufe seines Lebens gerade mal ein paar Dutzend Kandidaten kennen. Wenn überhaupt. Heute wischt man nach links und rechts bei Tinder oder gibt vor ein "Elitepartner" zu sein und kann diese "Dutzende" Menschen an einem Nachmittag kennenlernen, ohne seine gemütliche Couch dabei zu verlassen. Aber bringt es uns weiter? Gibt es dank dieser Menge von Möglichkeiten tatsächlich mehr glückliche Paare? Leider ganz im Gegenteil. Das Paradox unserer Zeit. Wir können einfach nicht aufhören zu suchen: Vielleicht gibt's doch eine bessere Partie? Noch besser und noch besser!!? Gut ist nicht gut genug. Man trifft sich, plaudert über Gott und die Welt, aber bloß nicht zu tiefsinnig, alles muss schön oberflächlich bleiben. Küsschen hier Küsschen da, war schön dich kennenzulernen... Bloß keine Gefühle bzw. Emotionen zeigen. Seit wann werden denn Gefühle als Schwäche angesehen? Und Interesse als Stalken bewertet? Seit wann wird das Schönste auf der Welt - die LIEBE -  ins Lächerliche gezogen: "Na, suchst du hier die große Liebe oder was?" Fuck, ja! Warum eigentlich nicht? Wo soll ich sie denn 2017 suchen: In einer Bibliothek? Wird Tinder und Co nicht als "Dating Portal" oder "Partnerbörse" definiert? Oder hat der Gute eine Partnerbörse mit einer "PartnerMÖSE" (Pardon!) verwechselt? Wenn dem so ist, dann wäre es viel ehrlicher bei Escort Berlin oder Escort München (etc.) anzurufen und sich dort nach einer Dame zu erkundigen.  Wann auf dem Weg zu diesem technischen Fortschritt sind grundsätzliche Werte, Empathie, Interesse und das Philanthropsein verloren gegangen? WHERE IS THE LOVE? Wir werden bei dieser Suche permanent weiter getrieben. Wie in einem Hamsterrad. Aber auch ein Hamster steigt irgendwann aus, weil er müde ist. Vielleicht ist es keine schlechte Idee, nicht "with the flow" zu gehen, sondern auch auszusteigen, einander ernster zu nehmen, zu respektieren, zu helfen und - die Hauptsache - zu lieben. Denn egal was die Frage ist, LIEBE ist immer die richtige Antwort.